Mit dem feierlichen Spatenstich am 27. August 2026 beginnt die Realisierung eines besonderen Infrastrukturprojekts im Salzlandkreis: Bei Groß Rosenburg entsteht eine neue Fahrradbrücke über die Saale. Als Teil der Planungsgemeinschaft aus Ingenieurgemeinschaft Gnade GmbH und IGS INGENIEURE GmbH & Co. KG haben wir die Planung des anspruchsvollen Ingenieurbauwerks begleitet.
Nach einer intensiven Planungs- und Genehmigungsphase ist damit ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die neue Saalebrücke geht in die bauliche Umsetzung.
Die Dimensionen des geplanten Bauwerks sind beachtlich. Die Brücke wird als vierfeldrige, durchlaufende Stahlfachwerkkonstruktion mit einer Gesamtlänge von rund 276 Metern und einer durchgängigen Nutzbreite von 3 Metern ausgeführt. Damit zählt sie zu den längsten Fahrradbrücken Deutschlands.
Für die Herstellung des Bauwerks sind rund 550 Tonnen Baustahl und 250 m³ Stahlbeton vorgesehen. Getragen wird die Konstruktion von zwei Widerlagern und drei Stahlbetonpfeilern.
Ingenieurbau im sensiblen Naturraum
Die Querung der Saale stellte besondere Anforderungen an die Planung. Neben den technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen galt es, die Auswirkungen des Bauwerks auf den naturnahen Raum möglichst gering zu halten.
Bereits im Planungs- und Genehmigungsprozess mussten daher unterschiedliche Belange miteinander in Einklang gebracht werden. Neben dem Salzlandkreis waren unter anderem der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg sowie das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege beteiligt.
Das Ergebnis ist eine Konstruktion, die die erforderlichen Spannweiten mit einem möglichst geringen Eingriff in das Umfeld verbindet und gleichzeitig eine sichere und dauerhaft nutzbare Querung der Saale ermöglicht.
Eine neue Verbindung für den Elbe-Saale-Winkel
Mit der neuen Brücke entsteht nicht nur ein anspruchsvolles Ingenieurbauwerk, sondern auch eine wichtige Verbindung für die Region. Sie soll die bislang durch die Saale getrennten Barbyer Ortsteile Groß Rosenburg und Tornitz miteinander verbinden.
Auf beiden Seiten wird die Brücke an den Saaleradweg angebunden. Damit entsteht eine vom Betrieb der vorhandenen Fähre unabhängige Querungsmöglichkeit, von der sowohl der Alltagsradverkehr als auch der Radtourismus profitieren sollen.
Nach Angaben des Salzlandkreises könnten durch das Gesamtprojekt täglich rund 460 Pkw-Kilometer und jährlich mehr als 14 Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart werden. Damit verbindet das Vorhaben die Verbesserung der regionalen Infrastruktur mit dem Ziel einer nachhaltigeren Mobilität.



Auch die Farbe ist Gemeinschaftssache
Nicht nur planerische und technische Entscheidungen prägen das zukünftige Erscheinungsbild der Brücke. Auch die Bürgerinnen und Bürger konnten sich einbringen: Bei einer Online-Abstimmung im Jahr 2025 wurde über die zukünftige Farbe des Bauwerks entschieden.
Von insgesamt 342 abgegebenen Stimmen entfielen knapp 40 Prozent auf Blau. Damit wird die neue Stahlfachwerkkonstruktion künftig nicht nur die beiden Seiten der Saale miteinander verbinden, sondern auch optisch einen markanten Akzent setzen.
Wenn aus Planung Realität wird
Für uns als beteiligte Ingenieure ist der Beginn der Bauphase ein besonderer Moment. Was über einen langen Zeitraum entwickelt, untersucht, abgestimmt und geplant wurde, nimmt nun vor Ort Gestalt an.
Als Teil der Planungsgemeinschaft aus Ingenieurgemeinschaft Gnade GmbH und IGS INGENIEURE GmbH & Co. KG freuen wir uns, mit unserer Planungsleistung zu einem Bauwerk beizutragen, das anspruchsvollen Ingenieurbau mit nachhaltiger Mobilität und der Entwicklung der Region verbindet.
Wir bedanken uns bei allen Projektbeteiligten für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Den ausführenden Unternehmen, Planerinnen und Planern sowie allen weiteren Beteiligten wünschen wir für die bevorstehende Bauphase gutes Gelingen, einen sicheren Bauablauf und einen erfolgreichen Projektverlauf.
Wir freuen uns darauf, die Entstehung der neuen Fahrradbrücke über die Saale weiter zu begleiten und zu sehen, wie aus Planung Stück für Stück ein neues Bauwerk für die Region entsteht.



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